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Profisprecher im E-Learning vs. Amateure - Wer ist wirklich authentisch?

Geschrieben von Regina Esser

31.03.15 14:02

Sprecher, E-Learning

„Der Manfred aus der Buchhaltung hat so eine tolle Stimme, kann der nicht einfach unser E-­Learning einsprechen?“ Können bestimmt, aber ist es auch sinnvoll? Im ersten Moment scheinen einige Argumente dafür zu sprechen, den eigenen Mitarbeiter ein E­-Learning für die Kollegen einsprechen zu lassen. Mit diesem Mythos wollen wir heute allerdings aufräumen. Für echte Authentizität, gute Produktionen und nachhaltige Lernerfolge braucht es immer professionelle Sprecher.

Aber hört selbst. So klingt der ein ganz normaler Text von einem Profi und einem Amateur gesprochen:

Der falsche Ansatz

Es ist ein weit verbreitetes Vorurteil, dass ein eigener Mitarbeiter in einer E-­Learning Produktion ein authentischeres Bild abgeben würde, als ein Profisprecher. Außerdem wäre es ja so praktisch, wenn man niemand Externen beschäftigen müsste, der sich mit dem Inhalt überhaupt nicht auskennt. Und darüber hinaus noch um einiges günstiger!

Diese Herangehensweise ist nicht nur vorschnell, sondern gefährdet im schlimmsten Falle das komplette Weiterbildungs­projekt. Eine untrainierte Stimme kann gar nicht leisten, was dort von ihr verlangt wird. Und wir geben ganz nebenbei zu bedenken: Was passiert, wenn der gewählte Kollege einmal nicht mehr im Unternehmen tätig ist?

Authentizität vor Kamera und Mikro

Um auch vor der Kamera oder am Mikro authentisch zu sein und vor allem natürlich zu wirken, ist eine stimmliche Ausbildung absolut notwendig. Der erhoffte Effekt, dass der User des E­-Learnings den Kollegen als Sprecher erkennt und ihm so besser folgen kann, schlägt schnell ins Gegenteil um.

Für den Lernerfolg ist es nicht unbedingt wichtig eine Stimme wiederzuerkennen, sondern sie unterbewusst sympathisch zu finden und ihr deswegen ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken.

Spricht ein Kollege, achtet man fortlaufend auf Sprachfehler, Lokalkolorit oder die immer wiederkehrende Sprachmelodie. Diese bringt jeder Mensch mit sich, wenn sie nicht bewusst abtrainiert wurde.

Desweiteren verknüpft man die Lerninhalte mit der emotionalen Beziehung zum Kollegen, der spricht. Nicht selten können hier Antipathie und Konflikte den Lernerfolg nachhaltig gefährden.

Aufmerksamkeit und echte Lernerfolge

Bei der Wahl einer E­-Learning Stimme sollte ein weiterer wichtiger Faktor bedacht werden: Durch den täglichen Konsum von Fernsehen, Radio, Werbung oder Hörbüchern sind Menschen es gewohnt, professionellen Sprechern zuzuhören. Ein Amateur würde direkt als störend empfunden werden.

Der vielleicht wichtigste Aspekt ist jedoch die Kongruenz von fachliche sachlicher Kommuniktation und emotional unterbewusst gefühlter Botschaft.

Beispiel: Man kommuniziert Werte wie Professionalität und Verlässlichkeit. Die Stimme klingt aber unsicher und nicht motiviert genug. Die dadurch enstehende kognitive Dissonanz nimmt der Botschaft ihre Glaubwürdigkeit.

Letzer Punkt: Ein Amateur­sprecher sendet unterbewusst das Signal, dass die Fortbildung nicht wichtig genug ist, Geld in einen guten Sprecher zu investieren. Der Motivation und Aufmerksamkeit tut das nicht gerade gut.

 

Fazit

Unausgebildete Sprecher gefährden die Lernerfolge, da sie Authentizität und Natürlichkeit am Mikro oder vor der Kamera niemals so transportieren können, wie ein Profi. Wer die Produktion von E-­Learning halbherzig angeht, wird auch nur halbherzige Ergebnisse erzielen.

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