Wie wird man Sprecher? - Wundervoices Podcast #04

Geschrieben von Alex Jacobi am 26.02.17

Diese Woche ist Markus Haase unser Podcast-Stargast. Markus ist Schauspieler, super erfahrener Sprecher und u. A. auch die Stimme aus unserem Trailer. Er ist die deutsche Stimme von Edward Snowden und zur Zeit als Schauspieler in der Serie "Alles was zählt" (RTL, täglich 19:05) zu sehen. Wir haben uns mit ihm über seinen Beruf als Sprecher und die Einstiegsmöglichkeiten in diesen Job unterhalten.

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Wie kann man eine Sprecher Ausbildung absolvieren?

Die meisten professionellen Sprecher haben eine klassische Schauspielasubildung absolviert.  Es gibt 21 staatliche Schauspielschulen, an diesen ist die Ausbildung - wie an jeder Universität in Deutschland - kostenlos. Dazu gibt es über 200 private Schauspielschulen.

Mittlerweile ist Mikrofonsprechen ein eigenes Fach an Schauspielschulen. Als Markus studierte, gab es dieses Fach nicht. Er hat als Student angefangen, bei öffentlich rechtlichen Sendern für Rundfunk und TV zu sprechen. Danach begann er eine klassische Schauspielkarriere am Theater. Über die Synchronisation von Computerspielen wurde er dann professioneller Sprecher.

Ein zweiter Weg in den Sprecherberuf führt über das Radio. Radiosprecher haben meist einen journalistischen Background und ihr Handwerk als Moderatoren gelernt. Dieser Weg ist nicht ganz so flexibel, da das intensive Ausdruckstraining der Schauspielausbildung fehlt. Dafür sind Radiosprecher in der Regel hervorragende Fließtextsprecher.

Sprechen ist ein Beruf den man lernen muss!

Heute ist Markus ein gefragter Sprecher. Bis es soweit war, hat er den Beruf über viele Jahre gelernt und perfektioniert. Markus sagt:

Es gibt keine Abkürzung in den Beruf, es ist harte Arbeit.

Wir erleben es immer wieder (so ca. 10 mal die Woche), dass wir eine Bewerbung bekommen, die mit "Meine Frau sagt ich hab ne schöne Stimme..." beginnt.

Es ist völlig egal, ob eine Stimme "schön" ist!

Die besten Sprecher haben keine schönen Stimmen. Gerade Charakterdarsteller haben Stimmen, die ihrem Image entsprechen. Hört euch zum Beispiel mal Manfred Lehmann (die Stimme von Bruce Willis) an. Eine beeindruckende Stimme, die aber nicht zwingend "schön" ist.

Denn es geht nicht um den Klang einer Stimme sondern um den Ausdruck. Ein normaler Mensch kann traurig, lustig oder neutral sprechen. Das sind 3 verschiedene Ausdrücke. Ein Profisprecher hat 150 Abstufungen dazwischen, die er auf Kommando abrufen kann. Genau daran scheitern Amateure. Diese Fähigkeit ist das, was in diesem Beruf über Jahre erlernt werden muss.

Jeder Sprecher hat andere Schwerpunkte

Interessant ist auch, dass nicht jeder Sprecher alles gleich gut kann. Ein super Schauspieler und Synchronsprecher muss nicht gleichzeitig eine gute Wahl für lange Fließtexte sein. Das liegt daran, dass ein Synchronsprecher seinen Text "spielt". Das heißt, er merkt sich den Text und "performt" das Take.

Gute Fließtextsprecher hingegen funktionieren wie ein Durchlauferhitzer ;). Sie können lange Texte fehlerfrei vorlesen, ohne die Inhalte zu verstehen oder zu interpretieren. 

In unserer wundervoices App (app.wundervoices.com) kann man deshalb auch Sprachproben nach Skill sortieren.  Wir unterscheiden

  • Off
  • Fließtext
  • Synchron und
  • Rolle

Probiers mal aus und höre dir die verschiedenen Sprachproben an:

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Willst du Sprecher werden?

Im Frühling 2017 startet die erste Season unseres "Young Professionals" Programms, in dem wir zum ersten mal unsere Datenbank für talentierte Nachwuchsprecher öffnen. Hier findest du weitere Infos zum Young Professionals Bootcamp.