Speakers Corner Blog

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Sprachaufnahmen für E-Learning - Diese Fehler ruinieren dein Projekt

Geschrieben von Regina Esser

17.09.14

Sprachaufnahmen, E-Learning

Zweistellige jährliche Wachstumsraten gepaart mit ständigen technologischen Neuerungen - der E-Learning Markt boomt! Egal ob Weiterbildungsmaßnahmen, Schulungen oder Personalentwicklung, WBT oder CBT ist in den allermeisten Fällen die effizienteste und kostengünstigste Form der Schulung. Häufig werden die Lerninhalte von Sprechern vermittelt.

Die Stimme eines Sprechers oder einer Sprecherin hat einen enormen Einfluss auf Lernerfolge. Wie kein anderes Medium verleiht sie Inhalten Menschlichkeit. So verleiht ein Sprecher dem Inhalt je nach Bedarf Autorität oder Empathie. Besonders bei verhaltensbasierten Lernzielen, die ein inneres Umdenken und eine emotionale Wahrnehmung der Inhalte erforden, ist eine Sprecherstimme erfolgsentscheidend.

Trotzdem wird die Vertonung von E-Learning oft stiefmütterlich behandelt. Wir möchten euch in dieser Blogpost zeigen, wie ihr die häufigsten Fehler schon in der Planungsphase vermeidet, Geld spart und die optimale Präsentation der Audioinhalte sicherstellt.

E-Learning: Texterstellung und Übersetzung

Das Verständnis eines gesprochenen Textes funktioniert völlig anders als Lesen. Ein gesprochener Text wird über das Kurzzeitgedächtnis aufgenommen. Hat man den Anfang eines Satzes vergessen, ist es nicht wie beim Lesen möglich, zum Anfang zurück zu springen. Deshalb achte darauf, Inhalte in überschaubare Sätze aufzuteilen und z.B. Schachtelsätze zu vermeiden.

Inhalte aus der Industrie werden häufig von Fachleuten, wie zum Beispiel Ingenieuren geschrieben. Diese kennen sich zwar fantastisch in ihrer Materie aus, haben aber meist keine pädagogischen und didaktischen Kenntnisse. Das Resultat sind fachlich korrekte Inhalte, die kein Mensch versteht. Die Gefahr: Schlechter Lernerfolg und mangelnde Motivation der Lernenden. Und letztendlich ein Scheitern der gesamten Lernmaßnahme.

Übersetzungen sind eine weitere Fehlerquelle. Viele Übersetzer beschäftigen sich ausschließlich mit Printinhalten und haben keine Erfahrung mit Wortsprache. So entstehen dann trotzt eines guten Ausgangsskripts die oben beschriebenen Verständnisprobleme. Dazu können auch inhaltliche Probleme entstehen. Schlechte Übersetzer verstehen den Kontext nicht zu 100% und verursachen fachliche Fehler. Aufgrund mangelnder Ressourcen im Unternehmen werden diese leider meistens erst nach der Aufnahme bemerkt. Dann werden Nachproduktionen nötig, die ein Vielfaches dessen kosten, was eine professionelle Fachübersetzung gekostet hätte.

Ein weiterer häufiger Fehler bei Übersetzungen ist, dass die Länge der übersetzten Texte deutlich vom Original abweicht. Teils, weil in bestimmten Sprachen Sätze einfach länger sind (zum Beispiel ist Portugiesisch bis zu 20% länger als Englisch), teils aber auch, weil bei den Übersetzern kein Verständnis für die Problematik vorhanden ist. Die Gefahr besteht, dass bereits fertig produzierte Bewegtbildinhalte nicht mehr funktionieren oder teuer umgeschnitten werden müssen. Mit einem erfahrenen Übersetzungsteam passiert das nicht.

Sprachaufnahmen für E-Learning: Projektmanagement und Workflow

Der organisatorische Aufwand für Sprachaufnahmen und Vertonungen wird in der Regel unterschätzt. Die Planung einer Produktion fängt schon bei der Texterstellung an. Fehler, die hier gemacht werden, fallen bei schlechtem Projektmanagment erst während der Produktion auf - wenn es zu spät ist. Ein umfassendes Projektmanagement beim Vertonungsdienstleiter ist Garant für eine erfolgreiche Produktion. Idealerweise erhält man Casting, Textredaktion, Übersetzung, Produktion und Postproduktion aus einer Hand. So ist sichergestellt, dass an diesen Schnittstellen keine Fehler passieren und ein unnötiges "Wer ist hier eigentlich zuständig"- Chaos entsteht.

Ein Beispiel: Das Tonstudio muss mit den erforderlichen Datenformaten umgehen können. Es macht einen großen Unterschied im Handling, ob Inhalte als Textdokumente oder als strukturierte Tabellen angeliefert werden. Gut strukturierte Tabellen bieten den Vorteil, dass bestimmte Abläufe automatisiert über Schnittstellen laufen können. Häufig fehlt jedoch das Wissen, wie man mit umfangreichen Tabellen arbeitet. Anstatt die Vergabe von Dateinamen zu automatisieren, werden Audiofiles von Hand benannt. Die häufig so entstehenden fehlerhaften Dateinamen können weitreichende Folgen haben, die erst sehr spät in der Qualitätssicherung auffallen und dann nur sehr zeitaufwändig und teuer zu korrigieren sind.

Eine professionelle Disposition stellt sicher, dass Produktionstermine funktionieren und Deadlines gehalten werden. Das ist bei einer zehnsprachigen Produktion mit Übersetzung eine komplexe Aufgabe. Auch hier sollte man immer versuchen, den gesamten Prozess aus einer Hand zu erhalten. Nicht nur einmal standen wir im Studio ohne Text, da keiner vorlag oder die Übersetzung schlichtweg nicht geliefert wurde. Mit einem holistischen Projektmanagement, das alle Prozesse der Vertonung des E-Learnings im Griff hat, passiert das nicht.

Kostenexplosion vermeiden

E-Learning-Inhalte werden meistens in Modulen produziert. Dafür gibt es viele Gründe. Sei es, dass man mit der Schulung der Mitarbeiter anfangen kann, bevor alle Inhalte realisiert sind oder dass man Ressourcen schonen möchte. Bei Projekten mit engem Budget spart man viel Geld, wenn man Module intelligent zusammenlegt. Zum Beispiel bei Sprechergagen. Diese setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen: Eine Mindestgage pro Termin - die sogenannte "Aufnahmepauschale" - und der Preis pro Wort oder Take (Satz). Bei kleinen Modulen kann die Aufnahmepauschale einen Großteil der Gage ausmachen. Hier lohnt es sich besonders Module zu bündeln.

Gute Sprecher - bester Lernerfolg

Warum einen Sprecher buchen, wenn die Praktikantin eine tolle Stimme hat und ins Laptopmikro sprechen kann? Weil es weder Geld noch Aufwand spart. Der Schaden, den eine schlechte Sprachaufnahme und Sprechstimme verursacht, ist größer als angenommen. Die schlechte Performance langweilt und demotiviert die Lernenden. Es ist wie in einer unglaublich schlechten Präse zu sitzen - dann ist mit sinkender Lernmotivation schnell der gesamte Erfolg des E-Learnings gefährdet. Eine nicht ausgebildete Stimme stört die Informationsaufnahme, statt sie zu verstärken. Zudem ist heute fast jeder fantastische Stimmen von Hörbüchern gewohnt. Sie setzen den Qualitätsmaßstab, den jeder Nutzer kennt. Je nach Fall kann es daher sogar Sinn machen, eine bekannte Stimme zu verwenden. Sie kann einen besonderen Kontext bieten, der die Motivation stark erhöht.

Fazit

Um ein E-Learning zu vertonen, sollte man sich einen Projektpartner suchen, der die komplexen Prozesse beherrscht und aktiv zum Erfolg der Produktion beiträgt. Einen kompletten Überblick bietet unser E-Book:

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